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Glas wurde ca. 7000 v. Chr. wahrscheinlich im Vorderen Orient erfunden. Dieser, wohl einer der ältesten von Menschenhand geschaffenen künstlichen Werkstoffe, hat bis zum heutigen Tag nichts von seiner Faszinationskraft eingebüßt.
Die Nähe zur Kostbarkeit natürlicher Edelsteine, Brillanz, Klarheit und Durchschaubarkeit sind seine Charaktereigenschaften. Im Möbelbau eingesetzt vermittelt es Leichtigkeit und vornehme Zurückhaltung und eröffnet den Durchblick auf dekorative Unter- oder Hintergründe.
Für unsere Tische verwenden wir Flach- oder Floatglas. Es wird weltweit nur von wenigen Großkonzernen hergestellt. Die Produktionsstätten liegen in der Nähe der Rohstoffvorkommen, vor allem des Quarzsandes sowie von Soda und Kalk (bei uns in Deutschland in der Oberpfalz und im Kölner Becken). Der Markt wird dominiert von den hauptsächlichen Einsatzgebieten: am Bau in der Fassadengestaltung, in der Fensterproduktion sowie bei Spezialgläsern für die Autoindustrie. Das von der Möbelindustrie eingesetzte Flachglas ist mengenmäßig hierzu verschwindend gering (max. 5% der Gesamtproduktion).

Floatglas ist ein Industrieprodukt und wird in riesigen Fertigungsstraßen (ca. 1,2 km Länge) bei einer Schmelztemperatur von ca. 1600° C vollautomatisch hergestellt. Ähnlich den Hochöfen der Stahlkocher ist eine Glasschmelze auf eine Produktionsdauer von ca. 10-11 Jahren angelegt, in denen rund um die Uhr, tagaus tagein ohne Unterbrechung tonnenweise Flachglasplatten vom Band laufen. Sie werden kommissioniert, verladen und per LKW, Bahn oder Schiff an die Glasveredelungsindustrie weitergeleitet. Hier erfolgen der Zuschnitt und die Kantenbearbeitung und dann erst erreichen sie unsere Werkstätten und werden in der Fertigung eingesetzt.
Die hohen Qualitätsansprüche an diesen Werkstoff gerade im Möbelbau haben mit einem besonderen Blickwinkel zu tun, der dem der übrigen Glasverarbeiter genau entgegengesetzt ist. Für die Fensterindustrie, die Autobauer und die Fassadengestaltung ist das entscheidende Kriterium die Transparenz. Das Auge will hindurch sehen, es fokussiert das Objekt hinter der Scheibe. Beim Möbelglas verhält es sich i.d.R. anders. Hier ist die Scheibe als Teil des Möbels selbst Gegenstand der Betrachtung, weshalb auch die kleinste Unregelmäßigkeit wahrgenommen und oft zum Problem wird.

Die Qualitätsanforderungen bzgl. Biegezugfestigkeit (Sprödigkeit, Bruchfestigkeit), Lichtdurchlässigkeit (Blasen, Einschlüsse, Trübungen), Oberflächengüte (Kratzer, Schlieren) und Glasfarbe (Grünstich) sind in DIN- und Euro-Norm-Vorschriften festgehalten. Die Toleranzen hierfür sind aber neben der technischen Machbarkeit vorwiegend durch den Bedarf der Hauptabnehmer beeinflusst. Grundsätzlich gilt, dass Glas fertigungstechnisch nicht ohne Blasen, Einschlüsse oder Trübungen hergestellt werden kann. Die niemals exakt reine und gleich bleibende Konsistenz der natürlichen Grundstoffe und der hoch komplexe Schmelzprozess geben hier Grenzen vor. Fehlstellen, die außerhalb der Toleranzen liegen, werden auf der Fertigungsstrasse durch Photo-Laser-Sensoren erkannt und gekennzeichnet, damit sie beim Zuschnitt ausgesondert werden können. Innerhalb dieser Toleranzen liegen feine Haarkratzer, kleine geschlossene Bläschen, feine Eintrübungen oder Einschlüsse, soweit sie aus ca. 1,5 m Entfernung bei normaler Beleuchtung nicht störend wirken.

Standard - Floatglas
Die leicht grünliche Lichtbrechung dieser Gläser ist durch die chemischen Zusätze (div. Metalloxyde) des Glasflusses bedingt. Seine Intensität wächst mit zunehmender Glasstärke, kann sich aber auch während der Produktion über längere Zeiträume hinweg verändern. Gläser verschiedener Produktionschargen können durchaus abweichende Färbung haben.

Weißglas – Opti-White
Das von uns lieferbare Weißglas unterscheidet sich in der Durchsicht durch den fast gänzlichen Wegfall des typischen Grünstiches von Standard - Floatglas. In der Glaskante bleibt, in Abhängigkeit zur Plattenstärke und zur Plattengröße, allerdings eine blaugrüne Verfärbung erkennbar, die aber deutlich heller als das dunkle Tannengrün von normalem Floatglas ist. Diese Kantenverfärbung wird bei den sehr kleinen Musterplatten aus dem Musterkoffer noch nicht sichtbar. Den Nachweis ob Standard-Floatglas oder Weißglas vorliegt, ergibt die Durchsicht auf ein weißes Blatt Papier. Bei Standard-Floatglas erscheint es hellgrün, bei Weißglas bleibt die Farbe unverändert.

Farbig lackiertes Glas
Durch spezielle Glaslacke, auf der jeweiligen Unterseite aufgebracht, verbinden wir die Brillanz und Klarheit von Glas mit nahezu jeder gewünschten Farbstimmung. Um die Farbechtheit der Lacke bestmöglich zu erhalten, setzen wir bei dieser Produktlinie ausschließlich Weißglas als Trägermaterial ein. Hinzu kommt eine spezielle Klebetechnik, die es ermöglicht in Verbindung mit den Glaslacken eine durchgehende Optik auf der Glasfläche zu erhalten, ohne Unterbrechung durch die Metallklebeteile. Sie bleiben also unsichtbar.

Standard-Floatglas mit Sandstrahl-Effektlack
Eine andere Variante von lackiertem Glas ist Standard-Floatglas mit Sandstrahl-Effektlack. Dieser Speziallack, ebenfalls auf der Unterseite der Tischplatte aufgebracht, erzielt die gleiche Optik wie ehemals sandstrahlmattierte Gläser, allerdings mit dem Vorteil, dass die Fingerabdrücke sich hier nicht abzeichnen. Bei dieser Beschichtung müssen die Metallklebeteile aber vorab verklebt werden, so dass sie in der Glasfläche sichtbar bleiben.

Satinato-Glas
Die matte Optik, die hier auf Standard-Floatglas oder Weißglas erreicht wird, entsteht durch ein spezielles Ätzverfahren, wodurch die Glasfläche hauchzart angeraut und dadurch undurchsichtig wird. Diese Mattierung setzen wir auf der Gebrauchsseite ein, da sich Metallteile hierauf nicht verkleben lassen. Fingerabdrücke sind auch hier nicht zu befürchten.

Farbglas
Bei einigen Modellen unserer Kollektion setzen wir Farbglas ein, ein klares aber durch Metalloxide eingefärbtes Floatglas. Er gibt hier zwei Farbstellungen grau und braun, allerdings werden diese Gläser nicht in jeder gewünschten Stärke und nicht zu jeder Zeit hergestellt. Mit längeren Lieferzeiten ist hier immer zu rechnen.

Gebogenes Glas
Bei den Tischen aus gebogenem Glas werden fertig zugeschnittene Glasplatten erneut in einem speziellen Verfahren auf ca. 800° C erhitzt, bis sie sich über entsprechende Negativformen biegen lassen. Nun müssen sie langsam erkalten um die vorgegebene Form zu behalten. Diese mit hohem technischem Aufwand hergestellten Gläser haben bestimmte Merkmale, die von denen einer normalen Floatglasplatte deutlich abweichen. So gehören Wellen, Schlieren, regenbogenfarbene Spiegelreflexe, punktförmige Vertiefungen, kleine Blasen oder Einschlüsse sowie feine Kratzer zum Erscheinungsbild dieser Gläser, besonders in den Biegebereichen. Die Kanten können leichte Unregelmäßigkeiten aufweisen. Durch den Biegeprozess leidet auch die Maßgenauigkeit in Höhe und Breite ebenso die Winkelgenauigkeit der Wangen. Die genannten Merkmale gehören zu dieser Fertigungstechnik und müssen als solche verstanden und akzeptiert werden.
Auch gebogene Gläser können auf Basis von Weißglas in allen Farben lackiert werden.

Einscheiben-Sicherheitsglas – ESG
Einscheiben-Sicherheitsglas ist eine spezielle Veredelungsform von Standard-Floatglas oder Weißglas und wird bei nahezu all unseren Esstischmodellen eingesetzt. Es zeichnet sich durch eine hohe Schlag- und Biegebelastbarkeit aus. Es ist ganz normales Float-Glas, das in einem thermischen Prozess nachträglich sekurisiert wird. Der Effekt dieses Verfahrens ist, dass bei einem Bruch die Platte in kleine Krümel zerfällt, was die Verletzungsgefahr entscheidend minimiert. Große scharfe Scherben können somit nicht mehr entstehen.
Nachteile dieser Bearbeitungsform sind erkennbare optische Beeinträchtigungen. So gehören Wellen, Schlieren, regenbogenfarbene Spiegelreflexe, punktförmige Vertiefungen, kleine Blasen oder Einschlüsse sowie feine Kratzer zum Erscheinungsbild dieser Gläser. Die Platten sind nicht immer vollständig planeben und auch die Kanten können leichte Unregelmäßigkeiten aufweisen. Bei Tischen mit zusammengesetzten Plattenteilen können daher leichte Differenzen an den Plattenübergängen entstehen. Sie lassen sich seitens der Glasindustrie technisch leider nicht gänzlich vermeiden. Wir halten diese geringfügigen optischen Einschränkungen angesichts des ungleich höheren Sicherheitskomforts für annehmbar.


Allgemeine Pflegeanleitung
Zur Pflege von Floatglas bleibt nicht viel zu sagen. Es ist gleichermaßen ein gebrauchsfreundliches wie sensibles Produkt, widerstandsfest gegen fast alle im Haushalt üblichen Säuren und Laugen und mit den üblichen nicht scheuernden Reinigungsmitteln einfach zu pflegen. Im Rahmen unserer Pflegeprodukte bietet DRAENERT hierzu ein spezielles Citrus-Glasreinigerspray an. Matte Ringe auf der Glasoberfläche rühren meist von Kalkablagerungen aus dem Wasser her und lassen sich gut mit nicht scheuernden Kalkreinigern ablösen. Glas kann durch mechanische Einwirkung allerdings leicht verkratzt werden oder gar bei unsachgemäßem Gebrauch zu Bruch gehen.

Einige Grundregeln im Umgang mit Glasmöbeln:
  • Glastische haben eine vergleichbare Belastbarkeit wie entsprechende Tische anderer Bauart, sollten aber nicht über den üblichen Zweck hinaus beschwert werden.
  • Glastische bitte niemals als Sitzgelegenheit nutzen.
  • Glastische sind keine Spielzeuge für Kinder.
  • Glas darf niemals extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden (z.B. heißer Topf oder tiefgekühlte Flasche). Hier kann es zu einem spontanen Bruch kommen. Bitte Untersetzer benützen.
  • Vorsicht bei Keramik, Porzellan oder Diamantringen, die sehr harten Kanten können leicht Kratzer verursachen. Bitte Untersetzer benützen.
  • Kantenverletzungen können, bisweilen auch zeitverzögert, zum Plattenbruch führen.
  • Da die Bodenplatten einiger Modelle auf Stein oder Keramikboden sehr leicht verkratzen können, sollten hierfür PVC-Gleiter verwendet werden (auf Anfrage lieferbar).

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